Dinant

Eine Auszeit – wie die stille Treppe nur viel schöner

 

City of Sax

Perle der Maas

Erlebe Dinant 

Einfach abschalten und für ein paar Tage rausfahren. So war der Plan. Er wurde schnell in die Tat umgesetzt. Unser erster gemeinsamer Kurzurlaub zog uns zum Klettern und Campen in die Wallonie nach Belgien.  Hier lassen wir es uns auf dem Campingplatz Villatoile in der Felsregion Pont a lesse mit Zelt und Pack so richtig gut gehen. Die erste große Überraschung an diesem Tag: 1# Wow ist der Campingplatz günstig. Für vier Tage zahlten wir gerade einmal 30€ pro Nase. Lediglich für warm Wasser, gilt auch für Spülwasser, braucht man einen Coin (1,20€), der einen für ausreichende fünf Minuten warmes Wasser spendet. Dafür ist der Strom im Preis inbegriffen. Im kleinen Hofladen, in welchem auch Hühner versuchen fündig zu werden, kann man Brötchen für den Folgetag bestellen. Neben weiteren Lebensmitteln kann man sich auch Kletterführer, Equipment sowie Kleidung zulegen. Der Campingplatz liegt, vom Wald eingekesselt, direkt an der Lesse, und lädt zum  Kanu- und Kajakfahren ein. Felsen des Pont-à-Lesse und des Plain des Fosses ragen über den Baumkronen heraus.

Nachdem wir unser Glampingzelt aufgebaut und unsere deutschen Campingnachbarn nicht schlecht über so junges Glampingvolk staunten, startete unsere erste Dinanterkundung. Kurz vor dem Ortseingang fährt man durch zwei riesige Felswände durch, die den Seitenspiegel des Autos „Guten Tag“ sagen wollen. Auffällig, neben den hohen Parkgebühren (Am Anfang der Stadt kann man noch frei parken), sind die vielen kleinen Läden mit einladenden Lebkuchen im Schaufenster. Nicht verwunderlich, denn schließlich stammt dieses Gebäck  aus Dinant selbst und wurde von Bronzegießern nach Aachen gebracht.  Nach einer kleinen Entdeckungstour, ging es wieder zurück zum Campingplatz, wo schon bald unsere zweite große Überraschung auf uns warten sollte: 2# Ein Wildschwein in freier Wildbahn, das unserem Campingplatz einen Besuch abstattete und gemütlich umherstolzierte. Es sorgte für große Aufregung und Gelächter bei den Campern und läutete bei uns einen perfekten Start für die weiteren abenteuerlichen Tage ein.

 

Villatoile Camping

Pont-à-Lesse 31, 5500 Dinant, Belgien

Öffnungszeiten: 8Uhr bis 22Uhr 

http://www.villatoile.be

Sax of

the City

Ich sehe Dinant vor lauter Saxophone nicht

Wer durch Dinant läuft, dem werden sämtliche Saxophone ins Auge fallen. Auf der Maasbrücke befinden sich wohl die meisten dieser Kunstwerke, die verschiedene Staaten vertreten. Am Rathaus (Hôtel de Ville) findet man ein riesiges, gläsernes Saxophone. welches ab dem 07.Februar 2014  (sein Todestag) als Wasseruhr fungiert. Im acht Sekunden Takt tropfen 

Wasserperlen in das vier Tonnen „Monstersaxophone“ und befüllt sich bis zum 06.November. Dies lässt sich zurückführen auf Herr Adolphe Sax, Erfinder des Saxophones. Geboren am 06.11.1814 und verstorben am 07.02.1894. In Dinant befindet sich das Geburtshaus des Instrumentenbauers und ist heute frei als Museum zugänglich. 

Hôtel de ville

Rue Grande 112, 5500 Dinant, Belgien

Maison Adolphe Sax

Rue Sax 37, 5500 Dinant, Belgien

Öffnungszeiten: 9Uhr bis 19Uhr 

Eintritt: Frei

http://sax.dinant.be

„Als der Geist noch in Höhlen hauste,

war er unbeachtet, aber frei.“

– Bertolt Brecht

Eine Auszeit – wie die stille Treppe nur viel schöner

Bei einer kleinen spontanen Nachtwanderung durch den umliegenden Wald unseres Campingplatzes, entdeckten wir auf der anderen Uferseite des Flusses einen Höhleneingang an einer Felswand. Diese faszinierende Entdeckung sollte am nächsten Tag bei Tageslicht näher erkundet werden. Ausgestattet mit Stirn-und Taschenlampe sowie Sportkleidung konnte das Abenteuer beginnen. Am Höhleneingang lagen noch Reste eines Lagerfeuers, aber weit und breit kein Höhlenmensch zu sehen. Um überhaupt in die Höhle hinein zu gelangen, wurden vorab unsere Kletterkompetenzen auf die Probe gestellt. Wir mussten die Felswand ein gutes Stück heraufklettern um das große dunkle Loch zu erreichen, das unsere Neugierde und Abenteuerlust geweckt hatte. Wir zwengten uns durch  enge Gassen hindurch  und erreichten so ein Foyer, in welchem sich hohe Decken über uns hinwegtürmten. Von hier aus gab es zwei Weggabelungen. Wir entschieden uns für den herunter- und nicht heraufführenden Pfad. Über nackte Felswänden entlang, gelangen wir in einen mit Lehmwänden ausgelegten  Raum. Über uns  erstrahlte im Licht unserer Taschenlampen, eine Steindecke mit verschiedensten Fossilien. Die ein oder andere Motte hatte es sich ebenfalls  an den Wänden gemütlich gemacht. 

Überwältigt von der  Schönheit der Fossilien an den Decken,zog es uns weiter den Pfad ins Ungewisse hinauf. Der matschige Boden, konnte sich mit den Sohlen der Laufschuhe nicht ganz anfreunden. Mit Hilfe der Hände konnte man jedoch dieser Hinterlist umgehen und kletterten den Gang hinauf. Nach einer Kurve und freundlicherem Untergrund erstrahlte ein Licht, es war jedoch nicht der Heilige Gral, der uns ewige Jugend bereitet, sondern Sonnenstrahlen. Durch ein kleines Loch fielen sie hindurch, ließen den Zauber, einen kurzen Augenblick die Welt um sich vergessen und zu entschleunigen, schnell verblassen und holten uns in die Gegenwart zurück. Die Zeit in der Höhle schien für uns still zu stehen. Der alltägliche Stress und die Sorgen schienen zu schwinden, wie vom Felsen abgestriffen. Am Lichtschein vorbei kamen wir wieder steiler nach oben. Hier konnten wir auch  Bohrhaken zur Befestigung von Seilen ausfindig machen. Als selbsternannte neue, mutige Höhlenforscher traten wir über die schlammigen Passagen an den Fossilien vorbei den Rückweg an und verbuchten unser erstes Abenteuer als ziemlich gelungen.

 

Klettern und Via Ferrata

in Pont-a-Lesse

 

Das Klettergebiet Pont-a-Lesse bietet für Kletteranfänger sowie Fortgeschrittene gut abgesicherte Routen. Vom Zeltplatz aus ist man in 6 Minuten am  „Castel de pont a lesse“, wo man sich an der Rezeption in eine Liste eintragen muss. Am Privatparkplatz gibt es einen kleinen Pfad durch den Wald, der zu den fünf verschiedenen Sektoren führt.  Die leicht 

zugänglichen Felsen sind etwas speckig, was aber eher die etwas schwereren Kletterrouten betrifft. Im vierten Sektor findet man den Klettersteig. Er ist gerade für Klettersteiganfänger gut geeignet. Der Klettersteig wurde dieses Jahr auf die heutigen Standards des Klettersports aktualisiert  

Castel de Pont-a-Lesse

Rue de Pont-à-Lesse 36, 5500 Dinant, Belgien